Private Krankenversicherung

In Deutschland gibt es einerseits die gesetzliche Krankenversicherung, auch kurz als GKV bezeichnet, und zudem das System der PKV (private Krankenversicherung). Es haben jedoch nur bestimmte Personen, derzeit etwa 20 Millionen Bundesbürger, das Wahlrecht zwischen den beiden Versicherungsvarianten. Das betrifft in erster Linie Selbständige, Freiberufler, Beamten, Studenten und Arbeitnehmer, welche mit ihrem Einkommen über der so bezeichneten Versicherungspflichtgrenze liegen. Generell wird die private Krankenversicherung als vorteilhaft bezeichnet, was die Versicherungsleistungen betrifft. Je nachdem, für welchen Tarif man sich entscheidet, können die Leistungen der PKV tatsächlich deutlich besser und umfassender als die der GKV sein. Auch darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Unterschiede zwischen den beiden Krankenversicherungssystemen. So wird der Beitrag bei der PK zum Beispiel nicht vom Einkommen des Versicherten abhängig gemacht, sondern vom gewählten Tarif, also demnach von den gewählten Leistungen, vom Alter und vom Gesundheitszustand.

Etwas verallgemeinernd kann man festhalten, dass die PKV sich von den Kosten und Beiträgen her vor allen Dingen für gut verdienende Alleinstehende lohnt oder auch für Verheiratete, bei denen beide Partner ein Vollzeit-Einkommen haben. Für Familien mit Kindern oder für Ehepartner, bei denen ein Partner weniger als 365 Euro im Monat (400 Euro bei Minijob) verdient, ist die GKV hingegen aufgrund der Familienversicherung meistens günstiger als die PKV. Allerdings sehen viele Versicherte den entscheidenden Vorteil der PKV nicht nur im eventuell günstigeren Beitrag, sondern vor allem in den guten Leistungen. Insofern muss man bei einem Vergleich stets Höhe des Versicherungsbeitrages und Leistungen im Zusammenhang sehen. Eine wichtige Änderung gibt es bezüglich der privaten Krankenversicherung bereits im nächste Jahr (2011). Dann können Arbeitnehmer nämlich bereits dann in die PKV wechseln, wenn die Versicherungspflichtgrenze einmalig überschritten wurde. Bislang war es notwendig, dass das Einkommen drei aufeinander folgende Jahre die geforderte Höhe überschritten hat. Zudem können auch die Altersrückstellungen beim Wechsel innerhalb der PKV übertragen werden, was wichtig für einen auch im Alter finanzierbaren Beitrag ist.